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Dominanz & Vertrauen

Mein Motto heißt: Steter Tropfen höhlt den Stein!

Das sind 2 Begriffe die immer im Zusammenhang mit mehr oder weniger berühmten "Pferdeflüsterern" herumgeistern. Das Wort Dominanz bereitet mir eigentlich immer ein wenig Magenschmerzen, weil es in unserem Sprachgebrauch leider immer eine Nuance der Machtausübung und einen Anteil Agressivität beinhaltet. Ich verstehe unter Dominanz eine Ausübung sanfter Konsequenz. Damit meine ich, wenn ich mir beispielsweise vorgenommen habe, das Pferd möchte rückwärts vor mir weichen, dann wird es das auch tun - selbst wenn ich 3 Stunden dafür brauche!
Dominanz & Vertrauen sind eng miteinander verknüpft.
Ein Pferd wird mir erst dann vertrauen, wenn ich es mit sanfter Konsequenz führe !
Ein Pferd wird mir erst dann vertrauen, wenn ich mich als Vorbild erweise !
Ein Pferd wird mir erst dann vertrauen, wenn ich mich in einer Gefahrensituation als ruhig und souverän erweise !
Pferde sind meisterhafte Immitatoren ! Auf diese Art und Weise lernen Fohlen in einer Herde.

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Beziehungstraining

Jedes Pferd - genauso wie jeder Mensch - hat seinen eigenen Charakter. Es gibt ängstliche und dominate, spritzige und eher phlegmatische, lustige aber auch traurige, vorwitzige und zurückhaltende, sensible und eher rustikale, sehr intelligente und weniger intelligente Pferde. Und auf all diese Eigenschaften möchte ich in meiner Ausbildung Rücksicht nehmen. Das heißt, die Grundelemente der Ausbildung sind immer dieselben, die Art und Weise, in der ich sie umsetzte, sind abhängig vom Pferd.

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Wer bewegt wen ?

Die Antwort auf diese Frage wissen Sie inzwischen sicherlich schon ! Wie oft ist es Ihnen schon passiert, dass plötzlich aus irgendwelchen Gründen Ihr Pferd viel zu dicht vor Ihnen stand ? Die natürliche Reaktion auf diese "Bedrohung" ist das Zurückweichen (Sie sind ja auch viel kleiner und schwächer, als Ihr vierbeiniger Freund). Raten Sie mal wer in diesem Moment 10 Punkte auf seiner Strichliste verbucht hat ! Also denken Sie daran - Sie führen ! Wie Sie die Führung übernehmen bzw. sie auch behalten ist Inhalt meiner Kurse.

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Was ist Körpersprache ?

Pferde sehen 2,5 Bilder pro Sekunde, das heißt, sie könnten einen Kinofilm in Einzelbildern sehen ! Außerdem haben Sie einen Blickwinkel von nahezu 360° - nur der Bereich dirket hinter ihnen und der direkt vor der Nase ist toter Winkel. Mit anderen Worten: Pferde sehen alles, was sich bewegt. Selbst das kleinste Muskelzucken in dem linken kleinen Finger nehmen sie wahr ! Ein Floh, der gestern schon auf dem Stein am Wegesrand gesessen hat, heute aber herunterhüpft, weil Sie zu nah vorbeigeritten sind, den sehen unsere Schützlinge und springen unter Umständen vor Schreck in einen Graben.
Jetzt werden Sie mir sagen, wenn ich mit meinem linken kleinen Finger zucke, trabt mein Pferd aber lange noch nicht an ! Stimmt genau, denn ich bin mir ganz sicher, dass Sie nicht nur mit dem kleinen Finger gezuckt haben, sondern sich gleichzeitig nach Ihrer Freundin umgedreht haben um "Hallo" zu sagen oder die Hüften nach hinten genommen haben oder die Schultern nach oben gezogen haben - oder aber auch alles zusammen auf einmal ! Wie soll Ihr Pferd aus diesem Kauderwelsch schlau werden ?
Das heißt für unseren Umgang mit dem Pferd: weniger ist mehr ! Schenken Sie Ihrem Pferd jedes Quentchen Aufmerksamkeit. Wenn Sie mit ihm arbeiten, gibt es nur noch Sie und Ihren Schüler. Da ist kein Platz für "Hallo`s" oder "Willste auch `n Kaffee?" Sie können nur die Aufmerksamkeit von ihrem Pferd verlangen, die Sie ihm selbst zuteil werden lassen. Und ganz plötzlich wird aus einem ehemals sturen Haflinger ein sensibler Araber !

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Motivation

Das Wort Motivation kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "Bewegen".
Ich möchte also mein Pferd bewegen etwas zu tun. Jetzt habe ich 2 Möglichkeiten meine Absicht, das Pferd zum seitwärtsgehen zu bewegen, in die Tat umzusetzen.
Ich bohre den Sporn an meinem Stiefel in die Flanken meines Pferdes, das Pferd wird dem Schmerz ausweichen und zur Seite treten.
Oder aber ich bitte mein Pferd seitwärts zutreten, indem ich den Schenkel anlege und auf eine Reaktion warte. Kommt keine, erhöhe ich den Druck. Kommt immer noch keine, fange ich an Impulse zu geben. Kommt immer noch keine, gebe ich wieder Impulse.
Mehr mache ich nicht ! Gemäß meinem Motto wird das so lange wiederholt, bis eine Reaktion erfolgt - und kommt die, dann lobe ich mein Pferd bis es glaubt, ein wahrer Held zu sein !!
Das nenne ich Motivation !
Ich habe mein Pferd über positive Verstärkung dazu bewegt, meinen Wünschen zu folgen. Nun hat es gelernt, wenn ich den Impulsen ausweiche, werde ich über alle Maßen gelobt und womöglich auch noch gleich auf eine leckere grüne Wiese entlassen ! Beim nächsten mal werde ich die Anzahl der Impulse schon verringern können, beim übernächsten mal genügt womöglich schon ein leichter Schenkeldruck! Und der schönste Nebeneffekt wird sein, dass mein heißgeliebter Schützling beim nächsten mal schon am Gatter steht und auf mich wartet und sogar freiwillig seine geliebte grüne Wiese verläßt - und das alles nur, damit er gelobt wird !

Leider ist es im Alltag nicht immer ganz so einfach mit der Motivation.
Denn wie soll sich ein Pferd auf einen Sattel freuen, der ihm höllische Rückenschmerzen zufügt, weil er nicht passt ? Wie soll sich ein Pferd auf die Trense freuen, die ihm permanent Schmerzen im Maul bereitet, weil der Druck zu hoch ist oder eine zu harte Reiterhand der Grund ist ?

Sie sehen schon, worauf ich hinaus möchte: hat ein Pferd in irgendeiner Form Schmerzen oder füge ich ihm solche zu, kann ich bis zum Sanktnimmerleins-Tag warten auf die Motivation!

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